Abschied von der 9. Klasse: "Irgendwann seids ihr dann furt"

Wie gestaltet man eine Abschlussfeier in Zeiten von Corona? „Feste muss man feiern, wie sie fallen“, sagte sich Schulleiterin Katja Listl, und so wurde das maximal Mögliche getan, um den Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse an der Jakob-Ihrler-Schule doch noch einen ehrenvollen Abschied zu bereiten.

„Noch vor wenigen Wochen haben wir darüber nachgedacht, ob der Postbote euch per Einschreiben die Zeugnisse bringen sollte oder ob es nicht doch persönlicher wäre, wenn wir sie euch vorbeifahren würden“, erzählte Frau Listl in ihrer Abschlussrede. Aber so weit kam es dann Gott sei Dank doch nicht.

Stattdessen gab es eine richtige Feier in der Schulaula – mit Schülern, Eltern und sogar drei „handverlesenen“ Ehrengästen: Gabi Schmid (2. Bürgermeisterin von Ihrlerstein), Michael Raßhofer (Bürgermeister von Painten) und Jörg Nowy (Bürgermeister von Essing).

„Corona hat euch nicht gestoppt! Im Gegenteil: stark gemacht! Ihr seid mit allen Umstellungen fertig geworden, wart anpassungsfähig und flexibel“, würdigte Listl Haltung und Einsatz der Schüler nach dem Lockdown. Von 16 Jugendlichen, die sich der besonderen Leistungsfeststellung unterzogen, erreichten 14 den qualifizierenden Hauptschulabschluss.

Einen großen Dank richtete Listl an die Lehrkräfte, allen voran Kristina Hackl, die bis zu ihrer Schwangerschaft die Klasse geleitet hatte, und Ruth Lohr, die die Klasse danach ans Ziel geführt hatte. „Sie hat all ihr Können und ihr außergewöhnlich gutes Gespür für junge Leute eingesetzt, um euch zum Erfolg zu führen“, so die Schulleiterin.

Schließlich blickte Listl nach vorne. „Verliert nie euren Optimismus, bewahrt Achtung vor den Menschen und tragt in schwierigen Zeiten Zuversicht in euren Herzen“, machte sie den Schülern Mut und wünschte ihnen im Namen des Lehrerkollegiums von Herzen alles Gute für die Zukunft.

Religionslehrerin Annemarie Drechsel hielt eine kurze Andacht über Zukunftsträume, zu deren Erfüllung wir Menschen selbst beitragen könnten. „Der Samen für die Erfüllung deiner Träume ist gelegt. Du hast viele Möglichkeiten, dein Leben sinnvoll zu gestalten. Nütze sie!“, gab sie den Entlassschülern mit auf den Weg.

Ermutigende Worte kamen auch von den drei Gemeindevertretern, ehe Klassensprecher Louis Heinfling nach vorne trat. Stellvertretend für die ganze Klasse bedankte er sich bei Eltern und Lehrkräften für die Unterstützung. Sein Fazit: „Hat alles gepasst!“

Mit einem selbst gedichteten Lied verabschiedete sich Frau Lohr von der Klasse. „Jetzt habt ihr’s endlich g’schafft, mit vollem Einsatz, voller Kraft, i bin stolz auf eich – wahrhaft!“, sang sie. Und statt „Irgendwann bin i dann dort“ hieß es auf den Anlass gemünzt: „Irgendwann seids ihr dann furt“!

Doch bevor sie endgültig „furt“ waren, überreichten die Schüler noch Rosen an Frau Lohr und bekamen selbst natürlich noch feierlich die Abschlusszeugnisse ausgehändigt. Als Schulbeste wurden Fabian Thiel und Joanna Irla geehrt.

Zum Schluss der bewegenden Feier gab es zwei Überraschungen. Vor der Schule wartete Frau Hackl, die ehemalige Klassenlehrerin, und alle begaben sich nach draußen, um dort gemeinsam Luftballons gen Himmel steigen zu lassen. Passend zum Lied von Frau Lohr: „Irgendwann seids ihr dann furt, gehts von der Schui für immer furt“!

 

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