Bewegender Abschied mit Rose

Mit ihrem Zeugnis in der Hand hieß es für 21 Schülerinnen und Schüler der Jakob-Ihrler-Schule Abschied nehmen. „Bedeutende Tage wie diesen feiert man nicht alleine“, sagte Schulleiterin Katja Listl auch zu den Eltern, Großeltern und mehreren Ehrengästen in der Schulaula.

„Gratulation! Ihr habt einen Endspurt hingelegt, wie man ihn euch in den Jahren vorher manchmal nicht zugetraut hätte“, so Listl. Mit großer Ernsthaftigkeit, Fleiß, Zielstrebigkeit und Ausdauer hätten sie ihre Lehrer begeistert und bewiesen, welches Potenzial in ihnen steckt.

Händeringend werde nach guten Fachkräften gesucht. „Nach ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen. Das ist beruhigend, denn: Genau das ist eure Chance“. Weil sich die Berufsbilder verändern und die Anforderungen an Arbeitnehmer steigen werden, rief Katja Listl die Entlassschüler auf: „Zeigt Einsatz, Interesse, Motivation. Das Lernen hört jetzt nicht auf. Ruht euch nicht auf euren Lorbeeren aus!“ Teamfähige, verantwortungsbewusste Mitarbeiter seien gefragt. „Ein Lächeln, ‚Guten Morgen‘, ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ entscheidet darüber, wie man wahrgenommen wird. Respekt heißt das Zauberwort.“

Und: Die Entlassschüler sollten dankbar sein. „Zu allererst euren Eltern gegenüber. Sie waren eure treuesten Fans, die all die Jahre mit euch gezittert haben, wenn es um Noten ging. Die euch angefeuert haben, wenn es mal nicht so lief“. Welch ein Glück für die Schüler, wenn sie ihnen auch von Zeit zu Zeit den Kopf wieder geradegerückt und sie wieder auf die richtige Spur gebracht haben.

Katja Listl dankte auch den Lehrkräften; allen voran der Klassenleiterin Ruth Lohr: „Sie ist eine leidenschaftliche Lehrerin, die für ihren Beruf brennt.“ Ruth Lohr hat die Klasse zum Quali geführt, war Lehrerin, Pädagogin, Sozialarbeiterin, und wenn es sein musste, auch Ersatzmutter. „Sie finden den richtigen Ausgleich zwischen fördern, fordern und feiern“, lobte, begleitet von Schülerlächeln, die Schulleiterin. „Sie waren ein Glücksfall für die Klasse.“

Ruth Lohr sprach von einem turbulenten, letztendlich auch von einem erfolgreichen Schuljahr. Man musste sich erst einmal aneinander gewöhnen. „Diese Herausforderung haben wir super gemeistert“, erinnerte sie sich. Innerhalb der Klasse seien Freundschaften entstanden; die Schülerinnen und Schüler seien über ihre Grenzen hinausgewachsen. Sie schwärmte: „Ich bin total stolz auf euch.“

Dass sie ihre Schüler versteht und sogar „ihre Sprache spricht“, bewies sie mit ihrem textlich auf die Klassengemeinschaft abgestimmten Rap. Ihr rhythmischer Gesang vor den Gästen in der Schulaula erntete tosenden Beifall. In ihrer Abschiedsrede blickte Antonia Kindsmüller zurück „auf eine Schulzeit wie eine wilde Achterbahn“. Die Schülerin dankte der Schulfamilie für deren Geduld und Einsatz.

Die drei Bürgermeister Josef Häckl, Jörg Nowy und Michael Rasshofer vom Schulverband aus den Gemeinden Ihrlerstein, Essing und Painten überreichten den Absolventinnen und Absolventen, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft, die Abschlusszeugnisse. Angesichts des rührenden, gefühlvollen Abschieds meinte Rektorin Katja Listl: „Für Momente wie diesen sind wir Lehrer geworden.“

(Text und Fotos: Renate Beck, Mittelbayerische Zeitung)

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