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Ein Konzert für Frieden und Menschlichkeit

Ordensmann, Youtuber und Rapper in einer Person: Das ist Franziskanerpater Sandesh Manuel aus Wien. Der gebürtige Inder war am Freitag, 27.10.23, in der Jakob-Ihrler-Schule zu Gast und gab anschließend in der Pfarrkirche ein ganz besonderes Konzert.

„Manche denken, ich bin ein Kasperl“, erzählt Pater Sandesh. Doch schnell wurde den jungen Zuhörern klar, dass es ihm durchaus ernst ist mit seinen Anliegen. Auf dem linken Unterarm hat er sich den Satz eintätowieren lassen: „Menschlichkeit ist die größte Religion der Welt.“ Dafür möchte er sich mit seinen Liedern, Konzerten und Musikvideos stark machen. Dabei spiele es für ihn auch keine Rolle, welche Herkunft, Religion oder Welt­anschauung jemand hat.

Der Name „Sandesh“ ist Programm. Dieser bedeute nämlich so viel wie „gute Botschaft“ und dazu gehört für Sandesh auch, dass alles im Leben einen Sinn habe. Sein Lieblingswort sei „Entwicklung“. Der eigentliche Sinn des Lebens spiegle sich für ihn darin wider. Der Mensch sei dazu berufen, sich im wahrsten Sinn des Wortes „zu entwickeln“ und dadurch seiner Bestimmung immer näher zu kommen.

Die Fragen der Schüler richteten sich vor allem auf Sandeshs Werdegang. Im Alter von 17 Jahren trat er den Franziskanern bei und begann zu studieren: Philosophie, Theologie und Musik. Er verfügt über mehrere Abschlüsse und wurde am 25.4.2009 zum Priester geweiht. Auf der künstlerischen Ebene widmet er sich neben der Musik auch der Malerei.

Ein spezielles Markenzeichen von Sandesh ist die Kappe, die er (fast) immer trägt. „Jemand hat sie mal in der Kirche liegen gelassen“, berichtet er. Ursprünglich hätte es sich um eine Pokémon-Kappe gehandelt, aber der Pater hat das entsprechende Symbol durch ein griechisches Tau-Zeichen ersetzt, das bei den Franziskanern für Gottes Segen und den Frieden stehe. Er möchte dadurch Offenheit zum Ausdruck bringen und den Menschen zeigen, dass er nicht nur Priester, sondern auch ein „ganz normaler Mensch“ sei.

Nach den beiden Gesprächsrunden mit Grund- und Mittelschülern in der Aula ging es in der Pfarrkirche weiter. Dort gab Sandesh Manuel zusammen mit seiner jungen Band ein öffentliches Konzert, zu dem auch die ganze Schule eingeladen war. Gespielt und gesungen wurden Lieder ganz unterschiedlicher Stilrichtungen, vom bewegten Rap bis zu ruhigen Balladen. Sandesh erklärte, was ihm an den einzelnen Liedern wichtig wäre, und scheute sich dabei auch nicht vor schwierigen Fragen. „Warum sind die Kirchen so leer?“, fragte er zum Beispiel und zeigte sich besorgt darüber, dass Vieles in der Kirche gerade für junge Menschen heute unverständlich sei.

Als der Franziskaner zum ersten Mal in seiner Kutte losrappte, applaudierten die Kinder begeistert und ließen sich zunehmend von den Songs mitreißen. Mit Liedern wie „Folge deinen goldenen Träumen“, „Kopf hoch“ oder „Hör auf zu jammern“ machte Sandesh Mut, im Leben nie aufzugeben und hoffnungsvoll nach vorne zu schauen. Seine Botschaft für mehr Menschlichkeit und ein friedliches Miteinander klang dabei immer wieder durch. Mit einer lautstark geforderten Zugabe ging das außergewöhnliche Konzert zu Ende.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Pfarrer Hans-Jürgen Koller in Zusammenarbeit mit Schulleiterin Katja Listl. Ein herzliches Dankeschön auch an Franz Karl von der „Mobilen Discothek“, der sich um die technischen Voraussetzungen für das Konzert gekümmert hatte!

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