Pfiat di Walter!

Am 25. Juli wurde unser langjähriger Konrektor Walter Bauer in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Bei der berührenden Feier gab es viel Lob und Anerkennung und viele schöne Erinnerungen an Herrn Bauers Zeit an unserer Schule. 26 Jahre war er als Lehrer hier tätig. Mit bewegenden Worten nahmen die Schüler und viele seiner Wegbegleiter nun Abschied.

Pfarrer Hans-Jürgen Koller saß in der Reihe der Ehrengäste. Bei einem Interview mit Schüler Philipp Schmaus sagte er: „Ich schätze seine Offenheit und Ruhe.“ Walter Bauer sei für ihn ein Kollege „auf Du und Du“ gewesen. Bürgermeister Josef Häckl wurde von Schüler Sebastian Ulbrich nach der Zusammenarbeit mit dem Konrektor gefragt. „Die hätte nicht besser sein können: angenehm, loyal und hundert Prozent verlässlich, ein Glücksfall“, antwortete er unter Beifall. Sein Abschiedsgeschenk, eine von Gabi Schmid hand­gefertigte Skulptur, entstand passend dazu aus einem Stein aus Ihrlerstein.

Mit einer ergreifenden Laudatio würdigte Schulleiterin Katja Listl den Brandler Konrektor: „Da geht einer, der unser Herz mitnimmt.“ Er sei ein Lehrer wie aus dem Bilderbuch und für sie nicht nur ein guter, sondern der beste Konrektor gewesen. „Als Talentscout und Schatzsucher hast du so vielen unserer Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, ihre Begabungen zu entdecken und sie einzubringen.“ Und: „Der Schritt in Richtung Digitalisierung war allein deine Idee.“ Walter Bauer war auch Fachberater für Informatik, Systembetreuer und ASV-Multiplikator. Hinsichtlich dieses neuen Schulverwaltungsprogrammes wurde er zum Fels in der Brandung. „Mit deiner unendlichen Geduld, deiner Ruhe, deiner Kunst zuzuhören, Ängste zu nehmen und Lösungen zu finden, warst du vielen Schulleiterinnen und Schulleitern die letzte Rettung“, lobte Listl. In den Jahrzehnten seiner Lehrtätigkeit habe er viele Richtungswechsel in Methodik und Didaktik erlebt. Was über all die Jahre Bestand hatte, das war seine Fähigkeit der Wertschätzung und der Empathie anderen gegenüber. „Für Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen.“ Der oft geäußerte Hilferuf „Wo is'n der Herr Bauer?“ wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Auch Herrn Bauers Leidenschaft für Musik hatte für das Schulleben große Bedeutung. So wurde die Feier dann auch von mehreren musikalischen Beiträgen umrahmt. „Wir wollen noch mal singen für Sie, weil das uns so gut gefallen hat“, bedankten sich einige Grundschülerinnen, als sie auf der Bühne standen.

Als der scheidende Konrektor selbst vor das Rednerpult trat, wurde es ganz still. Walter Bauer blickte auf seinen Lebensweg zurück. Anhand von Bildern zeigte er seinen Werdegang vom kleinen Jungen in der Grundschule über das Gymnasium, den Wehrdienst bei der Bundeswehr bis zum Lehrerstudium an der Universität Regensburg. Walter Bauer gab zu: „Ich war kein Musterschüler. Nur Mathe ist mir leichtgefallen.“ Sein Vater meinte, er solle etwas Vernünftiges lernen. Zudem prophezeite ihm der Berufsberater keine Chancen als Lehrer auf dem Arbeitsmarkt. Trotzdem wollte er Lehrer werden. „Mein Seminarleiter Dr. Moro vermittelte mir, genau den richtigen Beruf ausgesucht zu haben.“

1993 sei er als damals jüngster Lehrer in Ihrlerstein gelandet. Von Willy Baumgartner, dem ehemaligen Leiter der Wittelsbacher Mittelschule, habe er viel über Computer gelernt. Im Laufe der Jahre wurde Bauer selbst zum Computerexperten. Walter Bauer gab den Schülern noch wertvolle Ratschläge mit auf den Weg und meinte: „Das Leben ist kein Wunschkonzert. Aber manchmal spielt es dein Lieblingslied.“

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