Erste Hilfe und Selbstschutz – Ein besonderer Kurs für die 7. und 8. Klasse
Für die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse der Mittelschule stand am 16. und 17. Juni ein außergewöhnlicher Kurs auf dem Stundenplan. Frau Zachmayer vom Bayerischen Roten Kreuz führte den Kurs „Ausbildung in Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ durch – ein Projekt, das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gefördert wird.
Frau Zachmayer ist selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich im BRK engagiert und unter anderem im Rettungsdienst tätig. Dank ihres großen Erfahrungsschatzes gelang es ihr, die Schülerinnen und Schüler praxisnah, anschaulich und lebensnah an das wichtige Thema heranzuführen.
Zunächst lernten die Jugendlichen den Unterschied zwischen einem persönlichen Notfall und einem Katastrophenfall kennen. Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich: Ein persönlicher Notfall – etwa ein leerer Handyakku oder das Nichtbestehen einer Prüfung – betrifft einzelne Personen und tritt meist plötzlich und kurzfristig auf. Ein Katastrophenfall hingegen, beispielsweise schwere Stürme oder Hochwasser, betrifft viele Menschen gleichzeitig, verursacht große Schäden und wird offiziell durch das Landratsamt ausgerufen.
Außerdem erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Aufgaben die verschiedenen Hilfsorganisationen übernehmen. So ist das THW (Technisches Hilfswerk) vor allem bei Katastrophenfällen im Einsatz, während Organisationen wie die Freiwillige Feuerwehr, das BRK, die Wasserwacht oder die Bergwacht sowohl bei individuellen Notfällen als auch bei größeren Schadenslagen Hilfe leisten. Besonders betonte Frau Zachmayer dabei die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements, ohne das viele dieser Einsätze nicht möglich wären.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen. Gemeinsam überlegte die Gruppe, was bei einem länger andauernden Stromausfall zu Hause benötigt wird. Viele Schülerinnen und Schüler waren überrascht zu erfahren, dass ohne Strom beispielsweise Pumpstationen ausfallen können und damit möglicherweise auch Toiletten nicht mehr funktionieren. Auch Fragen wie „Welche Lebensmittel sollten zuerst verbraucht werden?“ oder „Was kann man essen, wenn Herd und Gefrierschrank nicht mehr funktionieren?“ regten zum Nachdenken an.
Im Anschluss wurde es praktisch. Die Schülerinnen und Schüler lernten die Materialien eines Verbandskastens kennen, erfuhren den Unterschied zwischen „steril“ und „unsteril“ und übten unter anderem
- verletzte Personen richtig anzusprechen,
- bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage zu bringen und warmzuhalten,
- einen Hilfsring aus Verbandsmaterial herzustellen sowie
- einen Fingerkuppenverband und andere Verbände fachgerecht anzulegen.
Dabei konnten die Jugendlichen die erlernten Techniken direkt an sich selbst oder an ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ausprobieren.
Besonders viel Freude bereitete es den Teilnehmenden, sich gegenseitig mithilfe einer Trageliege, eines Tragetuchs oder einer Tragewindel zu transportieren. Dabei waren Vertrauen, Teamarbeit und gute Absprachen gefragt, damit die zu transportierende Person sicher ans Ziel kam – gar nicht so einfach!
Durch ihre langjährige Tätigkeit im Rettungsdienst konnte Frau Zachmayer außerdem viele spannende Erfahrungen aus der Praxis einbringen. Geduldig und anschaulich beantwortete sie die zahlreichen Fragen der Jugendlichen, etwa nach ihrem schlimmsten oder lustigsten Einsatz oder danach, wie man mit belastenden Erlebnissen im Rettungsdienst umgeht.
Die beiden Kurstage waren für alle Beteiligten eine bereichernde Erfahrung und vermittelten den Schülerinnen und Schülern wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Ernstfall Leben retten können.
Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Zachmayer, die den Schülerinnen und Schülern mit viel Geduld und Engagement wichtige Inhalte zur Ersten Hilfe und zum Selbstschutz vermittelt hat. Ebenso danken wir Frau Schramowski, der Sicherheitsbeauftragten der Schule, für die Organisation des Kurses.
Alisa Amann, Klassenlehrerin der 8. Klasse
