Unsichtbar im Gras – Spannender Vortrag zur Rehkitzrettung

Am 29. Juni 2026 besuchte Prof. Dr. Benjamin Kormann von der Hochschule München (Fakultät für Elektro- und Informationstechnik) die Jakob-Ihrler-Schule und nahm die rund 200 Grundschulkinder mit auf eine faszinierende Reise zwischen Tierschutz und moderner Technik. Unter dem Titel "Unsichtbar im Gras – wie kann man Rehkitze retten?" zeigte er eindrucksvoll, wie Drohnen dabei helfen können, das Leben junger Wildtiere zu retten.

Zu Beginn erklärte Prof. Kormann anschaulich, warum Rehkitze in den Sommermonaten in so großer Gefahr sind und wie Technik und Mathematik dabei helfen können, die kleinen Wildtiere zu schützen. Zwischen Anfang Mai und Ende Juni (der sogenannten Setzzeit) legen Ricken, also weibliche Rehe, ihre Kitze im hohen Gras ab. Ausgestattet mit einem angeborenen Drückinstinkt verharren die Jungtiere regungslos, selbst wenn Gefahr droht. Was sie vor Fressfeinden schützt - kein Eigengeruch, perfekte Tarnung durch ihr geflecktes Fell - wird bei der Mahd, dem maschinellen Mähen der Wiesen, zur tödlichen Falle. Da Landwirte verpflichtet sind, ihre Felder vor dem Mähen auf Rehkitze zu untersuchen, dies zu Fuß bei großen Flächen mit bspw. 20 Hektar (das entspricht etwa 20-30 Fußballfeldern) aber kaum möglich ist, kommen moderne Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz. Auch die rechtlichen Aspekte rund um den Drohnenbetrieb in der EU sprach Prof. Kormann an. So ist in Deutschland ein amtlicher Drohnenführerschein (Kategorie A1/A3) für die Rehkitzrettung erforderlich, den er selbst auch besitzt.

Das Highlight des Vortrags war die praktische Live-Demonstration in der Aula. So ließ Prof. Kormann einen mitgebrachten Quadrocopter, eine Drohne mit vier Rotoren, direkt vor den Augen der Kinder abheben. Am Beamer erklärte er kindgerecht, wie ein winziger IMU-Sensor (Inertial Measurement Unit, also eine Art elektronisches Gleichgewichtsorgan, kaum größer als ein Fingernagel) die Drohne stabil in der Luft hält, nämlich indem dieser Bewegungen in alle Richtungen erfasst und ausgleicht. Auch die Positionsbestimmung der Drohne mit Hilfe von GPS (Global Positioning System), wie es in Navigationssystemen im Auto eingesetzt wird, wurde kurz skizziert. Besonders begeistert waren die Kinder, als sie sich auf dem Beamer selbst in der Wärmebildkamera erkennen konnten: Als leuchtende Wärmequellen auf dem Bildschirm wurden sie so für einen Moment selbst zu „Rehkitzen", die es zu entdecken galt.

Nach dem gut 30-minütigen Vortrag stellten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche neugierige Fragen. Ein lebhafter Beweis dafür, mit wie viel Begeisterung sie das Thema aufgenommen hatten. Herzlichen Dank an Prof. Dr. Benjamin Kormann für diesen außergewöhnlichen und lehrreichen Einblick in Tierschutz, Landwirtschaft und Drohnentechnik!